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Infos:


Wie beept
Afrika?
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Kontakt zur Heimat

Viele afrikanische Migranten in Europa halten mit Handy und Internet Kontakt zu ihren Landsleuten. Auch Primus Tazanu aus Kamerun. Er wohnt und arbeitet derzeit in Freiburg und kennt das Leben weit weg von zu Hause. In seinem Projekt untersucht der Ethnologe, wie Kameruner in Deutschland die neuen Medien nutzen, um mit ihren Familien und Bekannten zu Hause in Verbindung zu bleiben.

Der ‚Beep’ fordert zum Rückruf auf

Fürs Kontakthalten per Handy haben sich die Afrikaner eine Art Code ausgedacht, das sogenannte Beeping. Der Anrufer klingelt den gewünschten Gesprächspartner kurz an und legt sofort wieder auf, bevor das Gegenüber abnehmen kann. Das ist kein Spiel, um andere zu ärgern, sondern hinter dem ‚Beep’ steckt die simple Aufforderung: Ruf mich zurück! Da es in Afrika teuer ist, mit dem Handy zu telefonieren, werden sozial oder wirtschaftlich höher gestellte Freunde und Verwandte – vor allem auch im Ausland – gebeept, die sich den Rückruf leisten können.

Mediennutzung in Kamerun

Die Ethnologin Bettina Frei betreibt als Tandem-Partnerin von Primus Tazanu Feldstudien in Kamerun. Sie möchte vor Ort herausfinden, wie die modernen Medien das Zusammenleben in Afrika neu gestalten. Dafür beobachtet die Schweizerin das Alltagsleben der Menschen, führt Interviews mit Kamerunern über ihr Mediennutzungsverhalten und schaut ihnen mit der Kamera über die Schulter, während sie im Netz surfen. Denn neben dem Handy spielt das Internet für die Kommunikation eine immer wichtigere Rolle. Vor allem junge Kameruner nutzen das World Wide Web, um nach Arbeits- oder Studienplätzen zu suchen, mit Freunden Kontakt zu halten oder sich einfach die Zeit zu vertreiben.


Beide Forschungsarbeiten fördert die VolkswagenStiftung in ihrer Initiative „Wissen für morgen – Kooperative Forschungsvorhaben im sub-saharischen Afrika“. Sie sind Teil des Projekts ‚Passages of Culture – Übergänge von Kultur’ mit insgesamt acht Dissertationsvorhaben. Professor Till Förster von der Universität Basel fungiert als Projektkoordinator.

Alle Episoden zu diesem Projekt


14.04.2011

Interview mit Bettina Frei und Primus Tazanu

Warum es für Bettina Frei und Primus Tazanu eine außergewöhnliche Erfahrung war, einmal selbst vor der Kamera zu stehen, und was die beiden an ihrer Forschung in vier Ländern besonders fasziniert, verraten die beiden Ethnologen im Interview.
05.i
01.02.2011

Intro

Wie beeinflussen moderne Medien das Zusammenleben der Menschen in Afrika. Und was bedeutet beispielsweise das Handy für Afrikaner im Ausland?
05.0
28.02.2011

Kultur durchs Netz

Dank Handy und Internet lassen sich Kontakte zwischen Europa und Afrika so einfach herstellen wie nie zuvor. Doch welchen Einfluss haben die neuen Medien auf die afrikanische Kultur?
05.1
17.03.2011

Digitale Familienbande

Verändern Internet und Handy das Alltagsleben der Kameruner? Die Ethnologin Bettina Frei sucht durch Videoaufnahmen und Interviews nach Antworten.
05.2
31.03.2011

Feldforschung bei Freunden

Erleichtern die neuen Medien die Kommunikation zwischen Afrika und Europa? Oder wecken sie falsche Hoffnungen? Ethnologe Primus Tazanu untersucht den digitalen Kontakt afrikanischer Migranten zur Heimat.
05.3
28.04.2011

Kommunikation per Piep

Ruf mich an! Für diese Bitte reicht in Afrika oft ein einziger Klingelton. Beim so genannten Beeping vereinbaren Freunde, welche Botschaft sich hinter Klingeltönen verbirgt.
05.4
26.05.2011

Das Tor zur Welt

Neben dem Handy prägt mittlerweile auch das Internet das Alltagsleben in Kamerun. Gerade junge Leute suchen im Netz Arbeit und Kontakte.
05.5
28.06.2011

Geld per Klick

Nie war es einfacher, Geld in die Heimat oder in ferne Länder zu überweisen: in Afrika boomt das Geschäft mit den schnellen Transfers quer durch die Kontinente.
05.6
13.07.2011

Fußballforschung

Torjubel und Entsetzen: Beim Spiel der Fußball-Nationalmannschaft aus Kamerun sind alle Probleme des Landes vergessen. Die Zuschauer teilen ihre Emotionen – vor dem Bildschirm oder am Handy.
05.7
25.08.2011

Zu Besuch bei Kollegen

Die größte Universität Kameruns, die Université de Yaoundé, ist Projektpartner der Passages of Culture-Gruppe. Die Doktoranden aus Kamerun geben wichtige Impulse für die Forschungsarbeit des Basler Teams.
05.8
26.09.2011

Auf Kameratour

Die Forschungsgruppe Passages of Culture trifft sich zum Workshop in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Viele Probleme des Kontinents prallen hier aufeinander.
05.9
26.10.2011

Wiedersehen im Workshop

Die beiden Ethnologen Primus Tazanu und Bettina Frei stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Feldarbeit – Zeit für ein Zwischenfazit. Was haben sie erfahren, wie machen sie weiter?
05.10

Bildergalerie

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Primus Tazanu

Primus Tazanu und seine Forscher-Kollegin Bettina Frei kommen zwar aus unterschiedlichen Kulturen. Doch vieles haben sie gemeinsam: Beide haben Ethnologie studiert. Beide interessieren sich sowohl beruflich als auch privat für die neuen Medien. Und beide lieben Afrika. In ihren Promotionsvorhaben gehen die Wissenschaftler der Frage nach, wie Handy und Internet das Zusammenleben der Afrikaner verändern.
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Den Ethnologen Primus Tazanu aus Basel interessiert, wie die modernen Medien das Zusammenleben in Afrika neu gestalten.

Die anderen Projekte:


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